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Krötenwanderung 2015

Verlauf der Wanderung:
Der März war geprägt von warmen, sonnigen Tagen mit entsprechend frostigen Nächten. Dazu kamen noch stürmische Winde. Der April war in der ersten Hälfte ebenfalls ausgesprochen trocken.
Durch die kalten, trockenen Nächte war die Wanderung mehrmals unterbrochen und verteilte sich hauptsächlich um vier Termine (10.3., 18.3., 29.3., 9.4.). Obwohl in der Gesamtsumme deutlich weniger Tiere als in den Vorjahren gezählt wurden, wurden nach dem 15.4. keine Tiere mehr gefunden.
Es wurden gezählt: 981 Erdkröten
23 Grasfrösche
3 Feuersalamander
6 Bergmolche
4 Fadenmolche
Insgesamt 1019 Tiere. (siehe Vergleichstabelle)



Population:
Die Gesamtzahl der Tiere am Krötenzaun ist schon im zweiten Jahr rückläufig. Es war aber auch in den beiden Jahren 2014 und 2015 ein auffällig trockenes und kaltes (Nacht-)Klima. Dies könnte eine natürliche Ursache sein.
Weitere mögliche Ursachen:

  • Pestizide aus der Landwirtschaft: sind an anderen Orten oft eine Ursache für plötzlichen Amphibienrückgang. Da um unsere Teiche jedoch keine Landwirtschaft betrieben wird, kann dies ausgeschlossen werden.
  • Krankheiten: In den Jahren 2010 und 2011 haben wir von den Tieren Abstriche genommen und an einer Studie zur Verbreitung des Chytridpilzes teilgenommen. Deren Ergebnis war keine signifikante Korrelation zwischen Pilzbefall und Populationsrückgang. Es wurden von uns auch keine Tiere mit Krankheitssymptomen gefunden.
  • Veränderung des Laichgewässers: Eine solche Veränderung müsste 5 Jahre zurückliegen, um sich auf die adulte Population auszuwirken. In dieser Zeit konnte von uns keine negative Beeinträchtigung wie Umkippen oder Austrocknen beobachtet werden. Allerdings ist das Fischteichgelände für uns nicht direkt zugänglich und nur eingeschränkt zu beobachten.
  • Abwanderung in andere Teiche: Bei den besonders laichplatztreuen Erdkröten ist dies unwahrscheinlich. Durch neu erschlossene Biotope baut sich eher eine zweite Teilpopulation auf, ohne die erste negativ zu beeinflussen. Zudem war in den Nachbarbiotopen keine deutliche Zunahme feststellbar.
  • Fressfeinde: Fuchs, Wildschweine, Reiher wären mögliche Fressfeinde, die sich an den Eimern bedienen. In der Größenordnung des Rückganges von mehreren hundert Tieren käme dafür aber nur eine Wildschweinhorde in Betracht. Eine solche Horde würde allerdings deutliche Spuren hinterlassen. Hier wurden jedoch keine entsprechenden Beobachtungen gemacht.

So bleibt abschließend eine Erklärung für den Rückgang offen. Eine Ursache, aus der eine Handlung abgeleitet werden könnte, wurde nicht gefunden. Es sei noch angemerkt, dass andere Gruppen auch immer wieder mal von unerklärlichen Rückgängen berichten, die sich allerdings auch wieder erholen.

Sonstiges:
Aus den Verbesserungsvorschlägen des letzten Jahres wurde eine Erneuerung des Rückwanderzaunes umgesetzt. Leider nicht als Dauerzaun, was wünschenswert wäre, sondern noch einmal als Gewebezaun. Dieser erfüllte seine Funktion genauso gut wie auf der Hinwanderseite.
Insgesamt wurden 58 Überfahrene gezählt, ohne dass eine spezielle Lücke gefunden werden konnte.

Ein zusätzliches Hinweisschild wurde an den Wegeinfahrten angebracht und hat vielleicht dafür gesorgt, dass die Abschlussbretter an den Einfahrten in diesem Jahr meist geschlossen waren:

 

Hinweisschild Wegeeinfahrten.
 

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Pietsch


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