NISTHILFEN für Wildbienen & Vögel

Für beinahe jede Tiergruppe der heimischen Siedlungsbereiche können Nisthilfen angebracht werden. Insbesondere Wildbienen und Vögel benötigen unsere Unterstützung

INSEKTEN-NISTHILFEN: WILDBIENEN

Wildbienen sind fleißige Bestäuber und laufen dabei ihrer populären Verwandten, der Honigbiene, leicht den Rang ab. Eine Insektennisthilfe dient einigen Wildbienen als Nistmöglichkeit, da natürliche Brutstätten, zum Beispiel in Form von stehendem Totholz, selten geworden sind. Sie ersetzt dabei nicht den Lebensraum in seiner Gesamtheit, sondern nur die Funktion als Nistplatz!

 

Um die verschiedenen Arten auch bei der Futtersuche zu unterstützen, werden i.d.R. Wildstauden (eine Wildblumenwiese etc.) gepflanzt. Um bodennistende Wildbienenarten zu unterstützen, sollte ein Sandbeet angelegt werden.

Der ökologische Wert kann bei fachgerechter Montage direkt im ersten Jahr sichtbar werden.

 

Nisthilfen und Quartiere werden zudem schneller angenommen, wenn weitere Elemente vorhanden sind, wie beispielsweise Hecken und Sträucher sowie Bäume.

Die meisten Nisthilfen und Quartiere sind leicht zu montieren und haben dadurch einen sofortigen Effekt, da Tiere (abhängig von der Art und Jahreszeit) schnell einziehen können.

 

Nisthilfen und Quartiere lassen sich außerdem kommunikativ gut einbinden.

VORTEILE & Empfehlungen:

• Installation der Nisthilfe bis Ende Februar empfohlen, um den am frühsten fliegenden

Wildbienenarten Nistplätze anbieten zu können.

Stabile Befestigung der Nisthilfe: Umherschaukeln vermeiden, da die Nisthilfe sonst nicht

besiedelt wird.

• Mit mindestens 50 cm Abstand zum Boden aufstellen, um die Nisthilfe und die Wildbienen

vor Bodenfeuchte und Spritzwasser zu schützen.

Ausrichtung der Röhrchen/Bohrungen nach Osten, Süd-Osten oder Süden, um eine

ausreichende Besonnung zu gewährleisten.

Wind- und witterungsgeschützt aufstellen. Alternativ mit einem durchsichtigen Dach

versehen, um Regen teilweise abzuhalten. Zu weit überstehende, undurchsichtige Dächer

können die Nisthilfe zu stark beschatten und so unattraktiver für Wildbienen machen.

• Zur Abwehr von Vögeln können Nisthilfen mit einem Drahtgeflecht geschützt werden.

Dieses sollte mit einem Abstand von 5-10 cm angebracht werden.

• Lieber mehrere kleinere bis mittelgroße Nisthilfen als eine sehr große anlegen, da sich in

Nisthilfen neben Wildbienen auch Spinnen und Parasiten einfinden.

 

Ungeeignete Materialien:

 

• Frisch geschlagenes oder noch nicht abgelagertes Holz.

• Ganze, nicht vorgebohrte Holzblöcke oder Holzstücke.

• Weich- und Nadelhölzer, da sie splittern und klebende Harze enthalten.

• Imprägnierte und mit Holzschutzmittel behandelte Hölzer.

• Holz mit zu eng gesetzten Bohrungen.

• Plastik- oder Glasröhrchen: Feuchtigkeit kann nicht entweichen und es besteht die Gefahr,

dass die Insekten-Nachkommen aufgrund des Wassergehalts von Larven, Pollen und

Nektar verpilzen und sterben.

• Lochziegel: Die Aussparungen in den Ziegeln sind viel zu groß für Wildbienen und scharfkantig,

zudem haben die Ziegel keine geschlossene Rückwand.

• Lehmwände: Meist ist der Lehm oder das Lehm-Sand-Gemisch zu hart, so dass die

Wildbienen keine Gänge darin anlegen können. Geeignetes Material lässt sich nach der

Trocknung mit dem Fingernagel leicht abkratzen.

• Horizontale Ausrichtung von markhaltigen Stängeln: Sie werden meist nicht angenommen,

da sich die entsprechenden Wildbienenarten in der Natur an frei stehenden, mehr oder

weniger vertikalen Strukturen orientieren. Daher zum Beispiel abgestorbene Königskerzenstängel

stehen lassen oder dürre Brombeer-Ranken aufstellen.

• Tannenzapfen, Sägespäne, Zweige, Laub, Stroh oder Holzwolle werden nicht besiedelt.

• Leere Schneckenhäuser: Schneckenhaus-bewohnende Wildbienen suchen Schneckenhäuser

unter anderem auf Wiesen und bedecken sie teilweise aufwendig mit kleinen Stöckchen.

In einer Nisthilfe werden leere Schneckenhäuser nicht besiedelt.

Weiterführende LINKS:

NISTHILFEN für heimische VÖGEL:

In den letzten Jahrzehnten sind die Möglichkeiten für natürliche Brutplätze für viele Vögel weniger geworden. Das betrifft zum Beispiel Höhlenbrüter, da immer weniger Bäume mit Nisthöhlen und Totholz zur Verfügung stehen.

 

Für Fassadenbrüter ist problematisch, dass immer mehr Häuser so verschalt sind, dass keine Lücken mehr entstehen, in denen die Tiere nisten können. Aus diesem Grund wurden hier für (bitte passende Arten benennen) künstliche Brutplätze geschaffen. So bleibt eine essenzielle Lebensraumfunktion erhalten – ein unmittelbarer Beitrag für den Artenschutz.

Zu beachten ist bei jeder Artengruppe, dass Nisthilfen nur dann angenommen werden, wenn auch Futter in Form von Insekten, zahlreichen heimischen Blüten und  Nistmaterialien, wie Lehm und Wasser bei Schwalben, vorhanden sind.

 

Als Ergänzung für Nisthilfen und Quartiere eignen sich zahlreiche Elemente: Blumenwiesen, Wildstaudenhecken, nachtblühende Pflanzen, Vogelschutzgehölze, Lebensraumholz, Steinhaufen.

Weiterführende LINKS: