Stauden sind krautige Pflanzen, die mehrjährig wachsen. Das bedeutet, die Pflanze überdauert im Boden und treibt jedes Jahr neu aus. Sowohl Insekten als auch Vögel und Säugetiere profitieren von heimischen Stauden.
Unterschiedliche Insekten sind auf unterschiedliche Blütenformen spezialisiert. Eine große Pflanzenvielfalt ermöglicht es daher verschiedenen Insekten ausreichend Nahrung zu finden. Auch die Stängel und Blattachseln sind wichtig für Insekten: Hier überwintern sie oder legen ihre Eier ab.
Wildstauden können einen hohen Wert für Vögel haben, die vor allem im Winter energiereiche
Pflanzensamen als Nahrung benötigen. Zudem fressen Vögel Insekten, die an den Stauden
leben. Fledermäuse suchen hier nach Nachtfaltern, die auf nachtblühende Stauden
spezialisiert sind.
Für uns Menschen bieten Wildstauden ganzjährig einen reizvollen und attraktiven Anblick. Im Wandel der Jahreszeiten entstehen spannende Bilder und es können zahlreiche Tiere beobachtet werden.
Die Auswahl der Stauden muss an den Standort angepasst sein, um dauerhaft und ohne großen Pflegeaufwand bestehen zu können.
In den ersten Monaten nach der Pflanzung benötigen die Wildstauden, besonders bei großer Hitze, Wassergaben.
Die Pflege eines Staudenbeetes sollte durch fachkundige Personen erfolgen, da diese Wildstauden von unerwünschten Wildkräutern unterscheiden können. So werden nicht versehentlich nützliche Pflanzen entfernt. Unterstützen können hierbei Pflanzen-bestimmungs-Apps.
Nach der Auswahl des Standortes wird die Staudenfläche geplant. Eine Analyse des Bodens sowie das Beobachten der Besonnungsintensität sind hilfreich, um die passenden Stauden zu wählen. Zudem sollte der Boden frei von unerwünschten Beikräutern und Gräsern sein.
1. Hierfür wird der Boden vorbereitet. Er sollte im Sommer zunächst geschält oder gefräst und die Grasnarbe abgetragen werden . Anschließend werden über einen Zeitraum von 8-10 Wochen regelmäßig aufkommende Kräuter entfernt. Stauden können im Herbst ausgesät werden, üblicherweise werden sie jedoch als Jungpflanzen in Form von Ballenware gepflanzt. Da einige von ihnen erst im zweiten Jahr zur Blüte kommen, ist diese Variante zu bevorzugen. Zudem erleichtern getopfte Stauden die Umsetzung sowie das präzise Anlegen des Beetes, da sie vor der Pflanzung auf dem Beet arrangiert werden können.
Die Auswahl sollte sowohl die zeitliche als auch die räumliche Perspektive berücksichtigen:
Platzanspruch der ausgewachsenen Pflanze und Blühzeitpunkt sind zu bedenken. Es werden einige Leitstauden ausgewählt und dazu passende Begleit- und Füllstauden. Durch das Pflanzen heimischer Frühblüher ist ein Staudenbeet ganzjährig ein Blickfang.
2. VOR der Pflanzung sollten die Stauden am geplanten Standort aufgestellt werden, um die Verteilung und spätere räumliche Wirkung abzuschätzen.
3. Die Pflanzung kann einige Zeit in Anspruch nehmen – eine Umsetzung im Team ist sinnvoll. Die Pflanzen sollten so tief in die Erde gesetzt werden, wie sie vorher im Topf standen.
4. WASSER! Wichtig ist es, die Stauden direkt nach der Pflanzung einzuschlämmen, um alle Hohlräume um die Wurzeln herum zu schließen. Ein Gießrand um das Beet sorgt dafür, dass das Gießwasser dort versickert und nicht über den umliegenden Boden abläuft.
Stauden können auch in Kübeln auf versiegelten Flächen gepflanzt werden. Dabei ist auf das passende, torffreie Substrat sowie eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies im unteren Teil des Kübels oder Topfes zu achten. Zudem muss die Bewässerung gesichert sein.
Ë Ein gut geplantes Staudenbeet ist das ganze Jahr über attraktiv.
Vom Austrieb über die Blüte bis hin zum Ausbilden von attraktiven Samenständen und Strukturen im Herbst und Winter ist jede Jahreszeit besonders.
Ë Da zudem Insekten in und an den Pflanzen überwintern, sollten
die Stauden nicht vor Mitte/Ende Mai zurückgeschnitten werden, um das Schlüpfen der Tiere zu ermöglichen. Sollte vorher geschnitten werden, ist das Schnittgut aufrecht zu lagern, damit
Insekten, die dort überwintert haben, schlüpfen können.
Ë Es kann auch ganz auf einen Rückschnitt verzichtet werden. Bei
Bedarf Beikräuter jäten, was jedoch nur in den ersten Jahren nötig ist, bis die Vegetationsfläche geschlossen ist.
Ë Die Fläche regelmäßig auf invasive Pflanzen prüfen. Diese sind mitsamt ihrer Wurzeln im Restmüll zu entsorgen.
Ë Düngen ist aufgrund der Standortangepasstheit nicht nötig. Auf Pestizide ist zu verzichten.
Wir haben als NABU-Wiesbaden viele verschiedene Staudenbeete im Rahmen von Projekten zur Steigerung von Biodiversität auf Freiflächen umgesetzt.
So z.B. beim FTW-Verein, im Gemeindezentrum Klarenthal oder dem AWO-Heim in Wbn. Bierstadt.
Wir legen dabei großen Wert bei der Auswahl des Pflanzguts auf regionale Herkunft sowie das Zusammenspiel verschiedener Pflanzarten, die sich gegenseitig fördern oder schützen.
So kann im Laufe der Zeit ein sich weitgehend selbst erhaltendes Pflanzbeet entstehen, das zu vielen Jahreszeiten Nahrung für Insekten und Vögel anbietet.