Ein Ort für Mensch und Tier – Gemüsebeete/Hochbeete/Nutzgärten können einen positiven
Effekt auf die Artenvielfalt eines besiedelten Raumes haben. Um das zu erreichen, werden verschiedene Grundsätze des ökologischen Gartens umgesetzt:
Es wird auf Pestizide verzichtet und stattdessen ein Zuhause für Nützlinge geschaffen. Statt synthetische Dünger einzusetzen, werden Pflanzen gesät, die Stickstoff aus der Luft fixieren können.
Es wird torffreie Erde verwendet, um unsere Moore zu schonen. Es wird darauf geachtet, alte und regionale Sorten zu fördern, um die genetische Vielfalt zu erhalten. Diese sind außerdem optimal an die hiesigen Bedingungen angepasst. Es werden Ressourcen geschont und Nährstoffkreisläufe etabliert. So wird mit der statt gegen die Natur gearbeitet und dadurch ein wertvoller und gleichzeitig optisch ansprechender Beitrag für den Umwelt- und Artenschutz geleistet!

• Als Schulgarten kann er bereits für Kinder ab dem Kindergartenalter eine wichtige didaktische Rolle spielen, indem er ökologische Zusammenhänge erfahrbar macht und praktisch Gartenwissen vermittelt.
• Für Unternehmen ist ein Küchengarten denkbar, in dem frische Kräuter, Obst oder Gemüse für die eigenen Mitarbeitenden angebaut werden.
• In Kommunen können Nutzgärten, zum Beispiel in Form von Urban-Gardening-Projekten oder einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi), auch soziale Aspekte berühren.
• Die Fläche sollte über einen Wasseranschluss oder ein System zum Sammeln von Wasser verfügen, da Beete regelmäßig gegossen werden müssen. Hierbei sind Sammelsysteme gegenüber Trinkwasser immer zu bevorzugen. Bei offenen Behältern wie Gießkannen und Regentonnen muss darauf geachtet werden, diese abzudecken oder mit Ausstiegshilfen für Insekten und Kleinsäuger zu versehen.
• Wenn Hochbeete oder Kübel verwendet werden, muss der Untergrund eine entsprechende Tragfähigkeit aufweisen. Beim Zukauf von Erde für die Pflanzgefäße ist auf torffreie und wenn möglich biologisch zertifizierte Erde zu achten.
• Für die Zeit nach der Anlage muss die regelmäßige Pflege sichergestellt sein!
• Standort-Berücksichtigung: Die meisten Gemüse und Kräuter wachsen in sonnigen Bereichen besser und bleiben
gesünder. Jedoch gibt es auch eine Auswahl an Pflanzen, die im (Halb-)Schatten gut
gedeihen, wie zum Beispiel Spinat, Mangold und Erbsen.
• Die Pflanzplanung sollte spätestens im Februar/März abgeschlossen sein, wenn die
Anzucht aus Samen geplant ist.
• Die Bodenbeschaffenheit muss zur Pflanzenwahl passen. Ist dies nicht der Fall, sollte der Boden oder die Sortenwahl im Vorfeld für den Gemüseanbau angepasst werden. Sehr sandige Böden sind mit Humus und Kompost anzureichern und sehr lehmige Böden unter Umständen mit Sand abzumagern. Alternativ können Hochbeete genutzt werden.
• Auf Pestizide ist generell zu verzichten! Es gibt gute natürliche Alternativen, die man leicht selbst herstellen kann.
• Meidung von Umweltgiften: Es empfiehlt sich, nicht an viel befahrenen Straßen Kräuter oder Gemüse anzubauen, da sich Schadstoffe anreichern könnten.
1 - Eine Bodenbearbeitung sollte immer so schonend wie möglich passieren. Auf das Umgraben und die Durchmischung der Bodenschichten wird idealerweise verzichtet und stattdessen der Boden mit passendem
Werkzeug gelockert und gejätet. Das dient den Bedürfnissen der Bodenorganismen und verbessert den Humusaufbau.
2- Wenn der Standort festgelegt ist, wird der Bewuchs abgemäht und anschließend die
Grasnarbe mit Spaten abgestochen und „geschält“. Bei großen Flächen kann eine Gartenfräse verwendet werden. Anschließend wird der Boden zum Beispiel mit Sauzahn, Grabgabel oder einer Broadfork gelockert und je nach Beschaffenheit verbessert.
• Sowohl beim Saatgut als auch beim Kauf von Pflanzen sollte auf biologischen Anbau und regionale Sorten geachtet werden. Diese passen häufig besser zum Standort und sind weniger krankheitsanfällig. Außerdem wird so die genetische Vielfalt unterstützt. Sind die Sorten samenfest, kann hinterher eigenes Saatgut aus den Pflanzen gewonnen und im nächsten Jahr wieder ausgesät werden.
• Kräuter dürfen in keinem Nutzgarten fehlen. Es gibt eine große Auswahl an heimischen Pflanzen wie Schnittlauch, Bärlauch, Brunnenkresse oder Gundermann. Auch mediterrane Kräuter nützen den heimischen Insekten, wenn ein Teil davon zur Blüte kommt. Sich stark ausbreitende Kräuter wie Pfefferminze sollten unter Umständen besser im Kübel gepflanzt werden.
• Heimische Sträucher wie Holunder, Himbeere und Brombeere, schwarze Johannisbeere,
Felsenbirne und Kornelkirsche tragen nicht nur leckere Früchte, sondern dienen unter anderem Wildbienen, Schmetterlingsraupen und Vögeln als Futterpflanzen.
• Um einem übermäßigen Schädlingsbefall vorzubeugen, hilft es, ein angenehmes Umfeld
für Nützlinge zu schaffen. Dazu ist zwingend auf Insektizide und Herbizide sowie Fungizide
und Schneckenkorn zu verzichten, denn diese schaden auch den Nützlingen und können
negative Auswirkungen auf Boden und Grundwasser haben. Ein ökologisches Gleichgewicht
stellt sich mit etwas Geduld oft bereits nach ein paar Tagen ein.
• Wer die Fruchtfolge beachtet und Mischkulturen anpflanzt, verbessert das ökologische
Gleichgewicht und stärkt somit seinen Nutzgarten.
• Der Boden sollte möglichst jederzeit bepflanzt sein, dazu eignet sich im Winter auf leeren
Beeten zum Beispiel eine Gründüngung. Unabhängig davon sollten offene Bodenstellen
gemulcht werden, mit beispielsweise Grünschnitt oder Schafswolle. Das verringert zudem
den Wasserbedarf.
• Optimalerweise wird bereits bei der Anlage des Nutzgartens der Nährstoffkreislauf
mitgedacht. Die Planung eines Kompostes und eines Bereichs für Brennnesseln, um
Jauchen herzustellen, kann ausreichen, um einen Nutzgarten mit Dünger zu versorgen.
• Ein Nutzgarten bedarf regelmäßiger Pflege!
• Im Sommer muss teilweise täglich gewässert werden, am besten früh morgens oder spät
abends, da dann weniger Wasser ungenutzt verdunstet. Hierbei ist möglichst Regenwasser
zu verwenden. Durch die Einrichtung eines Systems mit Tröpfchenbewässerung lässt sich Wasser sparen.
• Zur Düngung sollten ausschließlich organische Dünger eingebracht oder zum Beispiel in Form von Kompost oder Jauchen selbst hergestellt werden. Auf Mineraldünger sollte verzichtet werden, um den Energieaufwand bei der Herstellung zu vermeiden und Ressourcen zu schonen.
• Die Fläche regelmäßig auf invasive Pflanzen prüfen. Diese sind mitsamt ihrer Wurzeln im
Restmüll zu entsorgen.