Die Biodiversität auf unseren Fläche

Seit 2024 erfassen wir die Biodiversität auf unseren Streuobstwiesen systematisch. Im Fokus stehen dabei insbesondere Säugetiere, Vögel, Insekten, Pilze und Pflanzen. Zur Bestimmung nutzen wir klassische Methoden wie Ferngläser und Fachliteratur, aber auch digitale Hilfsmittel wie die Apps Flora Incognita und Merlin Bird ID. Die erfassten Arten werden in Datenbanken wie beispielsweise iNaturalist dokumentiert. Pilze wurden unter anderem molekularbiologisch mittels Bodenproben untersucht und erfasst. Dieses Monitoring ermöglicht es uns, Veränderungen auf den Wiesen langfristig zu dokumentieren und den Erfolg unserer Maßnahmen zu bewerten.

Durch gezielte Maßnahmen versuchen wir, die biologische Vielfalt weiter zu erhöhen. Dazu zählt unter anderem eine Mosaikmahd mit Sensen und Elektrofreischneidern. Ziel ist es, dominante Gräser zurückzudrängen und die Vielfalt an Wiesenkräutern zu fördern. Dies kommt insbesondere der Insektenvielfalt zugute, die auf blütenreiche Pflanzen angewiesen ist. Gleichzeitig sorgt die Mahd für eine kurz gehaltene Vegetation, was dem Steinkauz optimale Lebensbedingungen bietet. Förderlich, aber immer weiter zurückgehend, ist eine extensive Beweidung, die es sporadisch in der Umgebung noch gibt.

Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt

Darüber hinaus schaffen wir neue Strukturen, etwa durch Totholzhaufen, Benjeshecken sowie die Anlage eines Sandariums für bodenbewohnende Insekten. Abgestorbene alte Obstbäume versuchen wir so lange wie möglich zu erhalten, da sie wertvolle Lebensräume darstellen. Ergänzend pflanzen wir neue Obst-Hochstämme und Gehölze, die Vögeln und Insekten Nahrung und Unterschlupf bieten. Ein gelungenes Beispiel sind zwei große Speierlinge, die zahlreichen Tierarten als Nahrungsquelle dienen, wie im „Monitoring der Biodiversität“ eindrucksvoll zu sehen ist. Ein Insektenhotel sowie verschiedene Nistkästen, darunter spezielle Röhren für den Steinkauz, runden unsere Maßnahmen ab. Konkrete Maßnahmen finden Sie unter der Kategorie „Hilfreiche Hinweise“ 

Auf unseren Streuobstwiesen sowie auf den umliegenden Flächen rund um Heßloch sind dadurch zahlreiche seltene Arten zu beobachten. Zu den besonderen Highlights zählen Steinkauz, Mittelspecht, Uhu und Waldschnepfe, aber auch viele weitere Vogelarten. Ebenso kommen seltene Wiesenpilze wie Saftlinge und Wiesenkeulen vor. Unter den Säugetieren werden regelmäßig Feldhase, Reh, Wildschwein, Fuchs, Steinmarder, Dachs sowie der für Wiesbaden charakteristische Gartenschläfer nachgewiesen. 

Abb. 2: Ein Ausschnitt der Artenvielfalt unserer Streuobstwiese.

Weiterführende Literatur

DECKER, P., SCHLITT, M., MÜLLER, J., BALKENHOL, B., BURKHARDT, U., FRANKE, R., HOEFLICH, S., KRAHL, M., LÜBCKE, T., RITZ, C. M., RITZ, M. SCHOLZ, A. & K. WESCHE (2024): Die Tier-, Pflanzen- und Pilzarten einer jungen Streuobstwiese in Ostritz im Landkreis Görlitz (Sachsen) - Kosten und Nutzen. Stiftung IBZ St. Marienthal & Oberlausitz-Stiftung, ISBN 978-3-933057-05-1

 

HENLE, K., HÜTTNER, M.-L., KASPERIDUS, H. D., KRÄMER, J., RÖSLER, M., BARTELT, S., BRÜMMER, A., CLAUß, B., CLAUß, J., DÉLÉTROZ, SATTLER, C., RUMIANTCEVA, N. & V. SCHERFOSE (2024): Streuobstbestände in Deutschland. Naturschutzfachliche Bedeutung, Bestandssituation und Handlungsempfehlungen, Bonn. – BfN-Schriften 679: 157 S.

 

 

SCHUBOTH, J. B. & KRUMMHAAR (2019): Untersuchungen zu den Arten der Streuobstwiesen in Sachsen-Anhalt. – Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft 2/2019: 408 S.

 

Unsere Aktivitäten

Auf einer Streuobstwiese gibt es das ganze Jahr über viel zu tun: Dazu gehören die Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen, das mehrmalige Mähen und Abräumen der Wiese, die Kontrolle und Reinigung der Nistkästen, die Reparatur des Insektenhotels sowie die Neuanlage von Habitatstrukturen wie Benjeshecken oder Sandarien.

Die Unterstützung durch Freiwillige ist jederzeit herzlich willkommen. Als Dankeschön wird das geerntete Obst häufig im Rahmen gemeinsamer Aktionen verarbeitet und genutzt – ein schöner Abschluss des Jahres.

 

Also: Machen Sie mit!

 

Schauen Sie sich gern unsere gemeinsamen Aktionen der letzten Jahre an und melden Sie sich bei Interesse unter: [email protected]