Dieser Baum ist etwas Besonderes. Er befindet sich in seiner letzten Lebensphase und beginnt zu verwittern. Sie sind oft alt, dick und weichen vom klassischen Bild des Wirtschaftswaldes ab, weil das natürliche Absterben des Holzes und die Umwandlung von Lebend- zu Totholz zugelassen wird.
Im Alter ändern sich Struktur und Konsistenz eines jeden Baumes. Durch Windbruch oder Blitzschläge brechen große Äste ab, die Krone lichtet aus.
In Stammverletzungen und Rindenrissen treten Feuchtigkeit, Fäule und Pilze in den Stamm ein und zersetzen das Holz.
Dadurch hat er einen besonderen Wert für das Ökosystem, denn viele Arten sind auf altes Biotopholz angewiesen.
Biotopbäume sind oft erkennbar an einer Plakette, auf der ein "Specht" abgebildet ist oder sind wie unten mit diesem Zeichen markiert.
Dabei entsteht eine Vielzahl neuer Lebensräume für über 5000 bedrohte Tier-, Pilz- und Pflanzenarten, viele davon hochspezialisiert:
1. Rinden-RISSE werden gerne von Insekten bewohnt und bieten Halt und Nahrung für Schnecken, Moose, Flechten und Holzpilze.
Habitatbaum in Wiesbaden Rambach; Foto: P. Siersleben
2. Baum-HÖHLEN entstehen durch Astbruch und Fäulnis. Sie bieten sicheren Unterschlupf
und eine Niststätte für Nager, Spechte oder andere höhlenbrütende Vögel, die ihre Jungen in Astlöchern großziehen.
Auch Fledermäuse nutzen ihn als Schlaf- oder Quartier zum Überwintern.
3. In der ausgelichteten Baum-KRONE werden in sicherer Höhe "Horste" (große Nester) von
heimischen Greifvögeln (z.B. Habicht, Bussard, Milan) aber auch vom Graureiher oder Storch zur Brut und Aufzucht gebaut.
1. NABU-Homepage: Waldpolitik - Warum sich manche Bäume und Wälder frei entwickeln (sollten)