Beispiele für steinerne Biotop-Elemente sind LESESTEIN-Stapel, TROCKENSTEIN-Mauern oder angelegte Reptilien-HABITATE.
Da sie inzwischen rar geworden sind, schwanden mit ihnen auch die Tiere, die auf sie angewiesen sind. Ein Steinelement in vollsonniger Lage zieht wärmeliebende Arten an. Die Fugen und Hohlräume werden von Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen, Insekten und Spinnen, aber auch Säugetieren wie dem Igel als Schlaf- und Winterquartier genutzt. Insekten wie Steinhummel, Große Wollbiene und verschiedene Schmetterlinge nutzen die Wärme der Steine bei Tag. Ein echter Mehrwert für die Ökologie in jeder Natur- und Gartenlandschaft!
• Vollsonnigen (südexponierten), möglichst windgeschützten und langfristig verfügbaren Standort auswählen.
• Das Steinelement muss jederzeit „trocken“ liegen (zum Beispiel auf einer leichten Anhöhe) bzw. drainiert sein.
• Auf einen Zugang für Tiere achten (keine Verkehrsinseln; am besten in der Nähe zu Wald, Wiese, Ruderalflächen oder anderen möglichen Einwanderungshabitaten – so kann ein Biotopverbund entstehen).
• Verschiedene Steingrößen verwenden (die Trockensteinmauer bildet eine Ausnahme).
• Das Material ist eventuell bereits vor Ort verfügbar! Dann hierbei muss darauf geachtet werden, dass in diesem Material nicht bereits Tiere angesiedelt sind.
• Auf regionale Materialien und Recyclingmaterialien achten (zum Beispiel Reste von Baustellen verwenden oder Landwirte nach Lesesteinen von Feldern fragen).
• Steinelemente sind eine sinnvolle Verwendung für anfallende Materialien wie Feldsteine.
• Sie können als Abgrenzung oder Einfassung dienen. Gleichzeitig sind sie ganzjährig ein
strukturierendes Element und bereichern die Fläche.
• Sie sind pflegearm und haben gleichzeitig einen hohen ökologischen Wert.
• In Planung und Bau können Mitarbeitende oder Anwohnende einbezogen werden, so kann
die Umsetzung Gemeinschaft schaffen.
• Mit einer Trockensteinmauer als Trittstein-Biotop kann das Gelände Teil des lokalen
Biotopverbundes werden.
• Die Steinelemente sollten nicht betreten oder bespielt werden, um die vorkommenden Tiere nicht zu stören. Als Abstandshalter können die Steinelemente mit Stauden umpflanzt werden.
• Je größer der Steinhaufen, desto größer der ökologische Wert. Ist der Platz begrenzt, sollte
die Größe mindestens 0,5 m³ betragen.
• Steinelemente sollten nicht auf isolierten Flächen, wie beispielsweise Kreisverkehren, angelegt werden, da Tiere beim Überqueren von Straßen gefährdet werden.
Sicherheitshinweis: Eigentümer*innen sind für die Verkehrssicherung verantwortlich.
Ein Lesesteinhaufen ist das am einfachsten umsetzbare Steinelement, um "Leben" in den Garten zu bringen. Es dient als Unterschlupf und Nachtquartier für Reptilien und Insekten, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen als Überwinterungsquartier.
• Anspruchsvoll, aber selbst ausführbar: Lesesteinhaufen sind optimalerweise mindestens 2 m³ groß und reichen 80-100 cm tief in die Erde, wenn sie als Überwinterungsquartier dienen sollen. Die Grundfläche sollte mindestens 1x1 m betragen.
• Unter 2 m³ Größe selbst ausführbar.
• Ca. 4 Personen bei einem Zeitaufwand von 4-6 Stunden (personenabhängig).
Die Umsetzung ist bedingt anspruchsvoll. Die TSM kann als lineares Strukturelement genutzt werden und somit einen ästhetischen Mehrwert bieten. Und dieses Biotopelement ist für eine langfristige Nutzung ausgelegt. Mit der Zeit wird sie überwuchert und bietet neben dem Schutz auch reichlich Nahrung für unseren kleinen Freunde.
• Selbst ausführbar: unter 2 m³ Größe.
• Anspruchsvoll, aber selbst ausführbar. Bei frei stehenden Mauern gilt: Die Tiefe der Mauer sollte mindestens 1/3 der Höhe betragen, jedoch nicht weniger als 30 cm.
• Trockensteinmauern bedürfen einer guten Vorplanung und erfordern Werkzeug. Vor allem bei frei stehenden Mauern muss auf die Standsicherheit geachtet werden. Es empfiehlt sich, die Planung von einer Fachperson durchführen zu lassen. Niedrige Trockensteinmauern bis ca. 45 cm Höhe können mit guter Vorbereitung auch durch Laien gebaut werden.
• Die Umsetzung ist relativ anspruchsvoll.
• Sehr wertvoll, neben Reptilien auch besonders für bodennistende Wildbienen.
• Für langfristige Nutzung ausgelegt.
• Kann als Winterquartier genutzt werden.
• Ansprechendes Aussehen kann vor allem durch
Bepflanzung beeinflusst werden.
• Anspruchsvoll, aber selbst ausführbar: Reptilienhabitate sollten mindestens auf einer Fläche von 1,5x1,5 m angelegt werden. Auf dieser wird ein 80-100 cm tiefes Loch ausgehoben, so dass die Tiere später vor Frost geschützt überwintern können. Ist der Grund wasserdurchlässig, kann mit dem Befüllen begonnen werden. Bei Lehm oder Ton bedarf es weiterer 10-20 cm Aushub, zudem muss eine dicke Schicht Kies oder Schotter eingebracht werden. So wird das Risiko verringert, dass sich in nassen Wintern Wasser ansammelt und Eidechsen ertrinken.
• Befüllt wird das Reptilienhabitat mit Steinen bis zu einer Höhe von ca. 60 cm über dem umliegenden Boden. Die Steine sollten dabei mindestens 20-30 cm Durchmesser aufweisen und locker aufgeschichtet werden. Wichtig ist, dass Hohlräume entstehen, in denen sich die Tiere verstecken können. Einzelne Äste und Baumstrünke (nur Laubholz) können zur Ergänzung des Habitats genutzt werden.
• Zum Abschluss können kleinere Steine mit einem Durchmesser von 10-20 cm genutzt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Fugen der größeren Steine nicht verschlossen werden, da sie den Tieren als Einschlupf dienen.
• Ein Teil des Erdaushubs kann auf der windzugewandten sowie auf der Nordseite des Steinhaufens ca. 20-30 cm dick aufgebracht werden. Ein Vlies zum Beispiel aus alten Jutesäcken oder Wolle zwischen Steinen und Erde verhindert, dass die Erde bei Regen in den Steinhaufen eingespült wird. Bepflanzt werden kann das Substrat mit einer Wildblumenmischung oder heimischen, trockenheitsverträglichen Stauden.
• Der Steinhaufen sollte durch ein Sandbeet ergänzt werden. Dieses sollte nach Süden ausgerichtet und mindestens 70x70x40 cm (LxBxT) groß sein. Das Substrat besteht aus ungewaschenem und nährstoffarmem Sand und sollte regelmäßig von Bewuchs freigehalten werden, da hier die Eiablage der Eidechsen erfolgt.
• Eventuell ist Material vor Ort verfügbar. Dabei ist darauf zu achten, sich in diesem Material nicht bereits (Tier-)Arten angesiedelt haben.
• Auf regionale Materialien und Recyclingmaterialien achten (zum Beispiel Reste von Baustellen verwenden oder Landwirt*innen nach Lesesteinen von Feldern fragen)
• Leicht selbst ausführbar: unter 2 m³ Größe.
• Umsetzung von Oktober bis Februar optimal, da außerhalb der Brut- und Vegetationszeit.
• Der Aufbau eines Reptilienhabitats kann in Eigenleistung erfolgen. Benötigt werden ca. 4 Personen. Der Zeitaufwand beträgt 6-8 Stunden (personenabhängig).
Neben Reptilien finden
auch viele Insekten und
andere Tiere Lebensraum
in den Habitaten
Zusatz: Reptilienhabitat
Die Sandfläche des Reptilienhabitats bietet eine Möglichkeit zur Eiablage für Reptilien und bodennistende Wildbienen. Die Steine reichen außerdem bis zu 80 cm in den Boden, damit ein frostfreier Überwinterungsort geschaffen werden kann.
https://www.infofauna.ch/sites/default/files/files/publications/praxismerkblatt_steinhaufen.pdf
• Umsetzung anspruchsvoll.
• Sehr wertvoll, neben Reptilien auch besonders für bodennistende Wildbienen.
• Für langfristige Nutzung ausgelegt.
• Kann als Winterquartier genutzt werden.
• Ansprechendes Aussehen kann vor allem durch Bepflanzung beeinflusst werden.
• Der Pflegeaufwand ist sehr gering. Das Steinelement sollte nicht betreten werden, um Lebewesen nicht zu stören.
• 2 Pflegegänge pro Jahr zum Entfernen von unerwünschtem oder zu starkem Aufwuchs empfehlenswert. Invasive Pflanzen sind mitsamt ihrer Wurzeln im Restmüll zu entsorgen.
• Eventuell müssen Steine nachgelegt werden.
Die Pflege kann in Eigenleistung oder im Rahmen einer AG bzw. anderen Pflegeinitiativen
geschehen. Ebenso ist die Vergabe an einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb möglich. Der
Auftrag sollte zudem andere pflegerische Aufgaben umfassen, um die Pflege und den (Anfahrt-) Aufwand wirtschaftlicher zu gestalten.
Die Kommunikation rund um ein Steinelement kann bereits während des Aufbaus stattfinden.
Mitarbeitende oder Anwohnende können einbezogen werden und ihre „persönlichen“ Steine
legen. Da Steinelemente Lebensraum für viele Arten sind, kann an ihnen das Leben dieser Tiere
erläutert und dargestellt werden.