Der NABU Wiesbaden betreut seit 1990 eine Streuobstwiese in Wiesbaden-Heßloch. Im Jahr 2024 sind weitere Flächen dazugekommen, die von uns gepflegt und entwickelt werden. Natürlich wird auch das Obst, allen voran Äpfel und Birnen, von uns verwertet.
Abb. 1: V.l.n.r. Obstbäume im Frühjahr, unser Insektenhotel, Apfelernte, Amselbrut und Kegeliger Saftling.

Eine Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus, bei der hochstämmige Obstbäume verschiedener Arten und Sorten locker und weit verstreut auf einer Wiese oder Weide stehen. Die Flächen werden meist extensiv genutzt, etwa durch Mahd oder Beweidung, und nicht intensiv gedüngt oder mit Pestiziden behandelt. Streuobstwiesen zeichnen sich durch eine außerordentlich hohe Biodiversität aus: Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Pilze und Tierarten, darunter Insekten, Vögel und Fledermäuse. Verschiedene Studien erfassten häufig mehr als 1.000 unterschiedliche Arten auf solchen Wiesen. Gleichzeitig liefern sie Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen und tragen zur Erhaltung alter Obstsorten sowie zur Pflege der Kulturlandschaft bei. Aufgrund ihres ökologischen und kulturellen Wertes gelten Streuobstwiesen als besonders schützenswerte Lebensräume. Hessen trägt eine besondere Verantwortung zum Schutz der Streuobstwiesen mit einer Gesamtfläche von 9.100 Hektar, die aufgrund von Rodungen und Überalterung noch immer im Rückgang begriffen sind. Streuobstwiesen werden auf der Roten Liste als stark gefährdeter Lebensraumtyp geführt.
NABU Deutschland und Bundesfachausschuss mit interessantem Rundbrief
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/streuobstwissen/index.html
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/aktivitaeten/bfa-streuobst.html
Hessische Streuobstwiesenstrategie
https://landwirtschaft.hessen.de/naturschutz/streuobstwiesenstrategie
Streuobstwiesenzentrum Hessen
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