SANDBEET / "SANDARIUM"

Sandbeete oder offene Bodenstellen haben einen sehr hohen Nutzen für die biologische Vielfalt. Neben der Funktion als Nistplatzangebot für Wild-Bienen und andere Insekten ist der Boden so nährstoffarm, dass sich darauf spezialisierte Pflanzen ansiedeln können,

Foto: D. Wehlmann, Sandarium auf dem Gelände des FTWs. 2025

Mit der immer intensiveren Flächennutzung in unseren Städten und auch in der Kulturlandschaft

und der akkuraten Pflege von Gärten, Grün- und Restflächen werden wichtige (Klein-)Lebensräume wie Sandflächen/-gruben und Abbruchkanten, offene Bodenstellen oder Ruderalflächen immer seltener.

 

Diese haben jedoch einen sehr hohen Nutzen für die biologische Vielfalt. Neben der Funktion als Nistplatz, zum Beispiel für einen großen Teil der heimischen Wildbienen oder auch Reptilien wie Eidechsen, ist das Substrat so nährstoffarm (mager), dass sich darauf spezialisierte Pflanzen ansiedeln können, die auf den meist nährstoffreichen Böden in Stadt und Kulturlandschaft immer weniger Lebensraum finden.

 

VORTEILE & Empfehlungen:

Zahlreiche Insekten benötigen offene Bodenstellen, um ihre Nistplätze zu bauen.

 

So nisten etwa über 2/3 aller in Deutschland heimischen nestbauenden Wildbienenarten im Boden (Zurbuchen & Müller 2012).

 

Dabei gibt es unterschiedliche Ansprüche an die Bodenart (Lehm, Sand, Löss), den Grad der Verdichtung, Besonnung und auch den Bewuchs – von vegetationsfreien Stellen bis hin zu dichter Vegetation.

Neben der Funktion als Nistplatzangebot ist das Substrat so nährstoffarm (mager), dass sich darauf spezialisierte Pflanzen ansiedeln können, die auf den meist nährstoffreichen Böden in Stadt und Kulturlandschaft immer weniger vorkommen.

 

 

 

Einige Insekten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert – und viele von diesen wachsen auf solchen mageren Standorten, wie sie ein Sandbeet bieten kann. Daher sind Sandbeete und offene Bodenstellen ein einfaches und gleichzeitig besonders wirksames Element auf naturnahen Flächen.

 

 

UMSETZUNG & Pflege:

  1. Standort wählen: Suchen Sie einen vollsonnigen, warmen und regengeschützten Platz. Wildbienen benötigen die Wärme der Sonne, damit ihre Larven gedeihen können.
  2. Grube ausheben: Stecken Sie eine Fläche von mindestens 40 x 40 cm (ideal ist 1 x 1 m oder größer) ab. Heben Sie die Erde etwa 40 bis 60 cm tief aus.
  3. Drainage (bei festem Boden): Falls Sie lehmigen oder sehr festen Boden haben, füllen Sie eine ca. 10 cm hohe Schicht aus Kies oder Schotter als Drainage ein, um Staunässe zu verhindern.
  4. Der richtige Sand: Verwenden Sie unbedingt ungewaschenen Sand (oft als „Grubensand“ oder „Spielsand mit Lehmanteil“ bezeichnet). Gewaschener Sand (wie feiner Quarzsand) ist zu locker – die gegrabenen Gänge würden sofort wieder zusammenfallen. Ein Mischverhältnis von ca. 8 Teilen Sand zu 1 Teil Lehm sorgt für die nötige Stabilität.
  5. Befüllen und Verdichten: Füllen Sie den Sand in die Grube und klopfen Sie ihn fest. Sie können den Sand auch leicht hügelig anhäufen, damit Regenwasser besser abläuft.
  6. Umrandung und Schutz: Umranden Sie die Fläche mit Totholz, alten Baumstämmen oder Steinen. Dies hält den Sand zusammen und bietet den Bienen zusätzliches Material zum Verschließen ihrer Brutzellen.

Tipps für ein erfolgreiches Sandarium

  • Kein Vlies verwenden: Ein Unkrautvlies würde den Bienen den Weg in die Tiefe versperren.
  • Spärliche Bepflanzung: Lassen Sie den Großteil der Sandfläche frei. Setzen Sie nur vereinzelt heimische Wildpflanzen wie Sand-ThymianScharfenMauerpfeffer oder Sand-Nelke ein.
  • Futterquellen in der Nähe: Pflanzen Sie in der unmittelbaren Umgebung eine bienenfreundliche Wildblumenwiese, damit die Wege für die Bienen kurz bleiben.